Ein Tag in der WG Akazie

11.06.2026 | Blog >

Micha gibt uns einen Einblick in die betreute Wohngemeinschaft Akazie.

Ich würde sagen, dass sich das Leben in der Wohngruppe Akazie nicht grossartig vom Leben in einer nicht betreuten WG unterscheidet. Der grosse Unterschied ist natürlich, dass es eine betreute Wohngruppe ist und alle Bewohnenden ihr Päckchen mitbringen, das sie tragen. So haben alle einen Nachteilsausgleich und werden aufgrund von diesem verschieden unterstützt.

 

Das Leben in der WG Akazie sieht so aus:

Als Bewohnende stehen wir wie alle am Morgen auf und gehen dann zur Arbeit. Wenn wir dann am Feierabend nach Hause kommen, stehen Haushaltsarbeiten an, die auf die Bewohnenden aufgeteilt sind. In der Akazie sind wir momentan zu zweit. Das bedeutet, dass wir die Hausarbeiten auf unsere zwei Stöcke aufgeteilt haben. Eine Person macht den unteren Stock (Küche, Wohnzimmer und den Balkon), die andere Person macht den oberen Stock (beide Bäder, Gang und die Treppe). Im Grossen und Ganzen klappt das sehr gut und wenn mal was vergessen wird, geht nicht gleich die Welt unter. Damit es gut klappt, können wir mit den Fachpersonen einen Wochenplan erstellen, bei dem wir alle unsere Arbeiten und Termine auflisten und so einen besseren Überblick haben, wann was zu erledigen ist. Alle zwei Wochen tauschen wir die Hausarbeiten. Mir gefällt das, weil man so etwas Abwechslung hat. Mit den Fachpersonen sitzen wir im Einzelgespräch auch oft zusammen, um zu besprechen, wie es uns geht, und um zu schauen, ob und wo wir Unterstützung brauchen. Ich schätze das Team, das uns betreut, sehr. Es sind alle sehr nett und sie helfen alle wie und wo sie können. Natürlich hat jede WG eine zugeteilte Fachperson, aber mittlerweile kenne ich alle. Was auch immer wieder gemacht wird, ist die Prüfung der Landkarte; ein Tool, das wir in der Stiftung nutzen, um damit den individuellen Nachteilsausgleich zu erarbeiten. Dann sitzt man mit der Fachperson zusammen und schaut gemeinsam, wie es gerade aussieht und ob man etwas anpassen muss.

 

Was mir besonders gut gefällt:

Mir gefallen die zwei gemeinsamen Abendessen, die wir in jeder Woche mit wenigen Ausnahmen haben, sehr gut. Diese Abendessen haben wir mit der WG-Magnolie zusammen, die grade neben der Akazie ist. Wir haben ein tolles Miteinander und das Essen ist immer sehr lecker. Für das gemeinsame Abendessen ist immer eine Bewohnerin oder ein Bewohner zuständig. Das heisst, die Planung und Umsetzung liegt in unserer Verantwortung. Ich koche gerne und ich würde meinen, dass die anderen das auch tun. Auf jeden Fall haben wir immer leckeres Essen auf dem Tisch. Die Gespräche sind auch sehr gut, die wir am Tisch haben.  Generell haben wir ein tolles Verhältnis unter den beiden WGs. Manchmal machen wir einen Spieleabend. Ein oder zweimal im Jahr machen wir mit beiden WGs einen Ausflug. Das ist möglich, weil wir das Essensbudget gut einhalten und so ein Ausflug möglich ist. Wir waren zum Beispiel schon im Zürich Zoo oder im Schokoladenmuseum von Lindt und Sprüngli.

Um das nochmals abzurunden: Ich fühle mich sehr wohl in der Akazie. Das Verhältnis zum Fachpersonal und den Mitbewohnenden aus der Akazie und Magnolie ist super. Ich erhalte all die Unterstützung, die ich brauche und kann so ein sehr selbstbestimmtes Leben führen.

 

Micha Baur, WG Akazie

 

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Magazins „Austausch“ zum Thema Mut entstanden. Bestellen kann man den „Austausch“ hier.
Informationen zu den Wohnangeboten finden Sie hier, und hier zur Wohngruppe Akazie.