Endlich war es so weit, der Spatenstich zum Kastanienbaum 2.0 hat Mitte Mai stattgefunden. Mit Geschichten, Musik und einem fröhlichen Apéro wurde der Baustart zu einem Fest, das zeigt: Der Kasti hat einfach Charme.
Der Spatenstich im schönen Innenhof des Wohnhauses Kastanienbaum war mehr als ein symbolischer Akt: Es war ein Fest mit familiärer Stimmung. Um die 60 Personen nahmen an der Zeremonie mit anschliessendem Apéro teil: Nachbarinnen und Nachbarn, Gemeindepräsident Rainer Odermatt, Gründungsehepaar Ruedi und Maya Baumann, Bewohnende des Kastanienbaums, Mitarbeitende des Baumanagements und viele weitere Menschen unserer Stiftung. Die Stimmung war herzlich und ausgelassen: Unter bunten Wimpeln wurde gelacht, diskutiert und auf den ersten Redner gewartet.

Seit gut drei Jahrzehnten bietet unser Wohnhaus Kastanienbaum in Hombrechtikon Menschen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause. Nun wird das Areal umfassend erneuert und erweitert. Realisiert werden 21 moderne Clusterwohnungen mit eigenem Bad, eine Wohngruppe, Tagesstätten und Therapieangebote. «Ein stabiles Wohnumfeld ist die Grundlage für emotionale Stabilität und Teilhabe am sozialen Leben.», erklärt Stefan Wyss, Leiter Wohnhaus Kastanienbaum, kurz vor dem offiziellen Start der Veranstaltung.
Die Mulde steht bereit, es kann losgehen...
das provisorische Büro
Dann ging es los: Die Menschen versammelten sich vor der Scheune, die nun abgerissen und zu einem Wohnhaus umgebaut wird. Thomas Meier, Geschäftsführer Vivazzo Stiftung, stellte in seiner Rede die rund dreissigjährige Geschichte des Kastanienbaums vor und endete mit Blick auf das Areal und einem Lächeln: «Man muss den Kasti fast lieben, er hat einfach Charme». Auch das Gründungspaar Ruedi und Maya Baumann war vor Ort und erzählte schmunzelnd einige Anekdoten aus der Anfangszeit des Kastis: «Eines Morgens war auf unserem Areal eine schöne Rose eingepflanzt. Erst als eine Nachbarin vorbeikam, realisierten wir, dass ein Bewohnender die Rose in ihrem Garten ausgegraben und bei uns wieder eingegraben hat». Die Leute aus dem Dorf hätten die Menschen des Kastanienbaums mit der Zeit kennen und schätzen gelernt, auch wenn manche ihre Ecken und Kanten gehabt hätten.
Rainer Odermatt
Maya und Ruedi Baumann
Auch Gemeindepräsident Rainer Odermatt sprach vor der versammelten Runde ein paar Worte: «Der Bedarf an begleiteten Pflegeplätzen steigt. Als Gemeindepräsident bin ich stolz darauf, dass wir mit der Einrichtung von der Vivazzo Stiftung einen Ort haben, wo Menschen in Würde leben können, umgeben von professioneller Begleitung und menschlicher Wärme.» Zum Abschluss sagten noch die Bewohnenden Beat und Esther etwas zu den Versammelten und drückten vor allem ihre Vorfreude auf die eigene kleine Wohnung aus.
Angesprochen wurde auch die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner, welchen aktiv in die Planung ihres neuen Zuhauses miteinbezogen wurden. Allgemein ist vor allem die Vorfreude auf das eigene Bad riesig. «Wir teilen uns aktuell zu fünft ein Badezimmer, das führt immer wieder zu schwierigen Situationen», erzählt eine Bewohnerin im Publikum. Stefan erklärt, dass im Rahmen der Teilhabe eine Wohnform angestrebt wurde, die so nahe wie möglich an der Normalität der Bevölkerung liegt: «Eine eigene kleine Wohnung mit eigenem Bad, wo man sich wohlfühlen und auch andere Menschen einladen kann, ist ein wichtiger Schritt für den Kastanienbaum und seine Menschen».

Nach den Reden folgte ein Akkorden-Konzert der Bewohnerin Barbara: «Im gespielten Lied ging es um einen Kondor, ich hoffe, dass wir im neuen Kasti auch so frei wie ein Vogel sein können.» Nun folgte noch ein Gruppenfoto und dann ging es zum reichhaltigen Apéro über. Viele der Anwesenden blieben noch lange auf dem Areal und genossen die Häppchen, das schöne Wetter und die guten Gespräche. Thomas hatte recht mit seinem Kommentar zum Charme des Kastanienbaums: Hier verbringt man einfach gerne Zeit. Wir bedanken uns bei allen, die gekommen sind und wünschen dem Kasti einen guten Baustart sowie eine entspannte Bauphase. Das Bauprojekt wird Anfangs 2027 abgeschlossen sein.

Severin Kolb, Marketing & Kommunikation Vivazzo Stiftung
Für den Umbau sind wir noch auf Spenden angewiesen: LINK