Die Hündin vom Birkenhof

23.04.2026 | Blog >

Was passiert, wenn ein Hund Teil des Teams wird? Salome Custer erzählt, wie ihre Hündin Runa nicht nur Klient:innen, sondern auch Kolleg:innen im Birkenhof berührt – und dabei ganz nebenbei Spannungen löst und Nähe schenkt.

 

«Meine Hündin Runa ist drei Jahre alt und kommt schon seit sie zehn Wochen alt ist mit mir ins Birki», erzählt Salome Custer, Fachperson im Wohnhaus Birkenhof. Die Hündin sei zwar noch nicht offiziell ausgebildet, aber längst ein fester Bestandteil des Alltags im Wohnhaus: «Sie ist überall dabei, beim Spazieren, in Krisensituationen, sogar bei Teamsitzungen.»

Runa spüre jeweils sofort, wie die Stimmung sei. Sie lockert die Atmosphäre auf, legt sich bei hitzigen Sitzungen mitten in den Kreis – und an trüben Tagen bringt sie Freude ins Büro.

 

Ausbildung zum Therapie- oder Sozialhund

Salome sagt, sie wolle irgendwann eine Ausbildung mit Runa machen, sei sich aber noch unsicher, ob es Richtung Therapie- oder Sozialhund gehen soll. «Dafür müsste ich auch freiwillige Einsätze machen und da fehlt mir ehrlich gesagt ein bisschen die Zeit, da Runa ja bereits Einsätze im Birkenhof leistet.» Trotzdem werde Runa seit Welpenalter in der Hundeschule auf den Umgang mit Menschen vorbereitet – auch auf Menschen mit Gehhilfen oder lautem Verhalten.

 

Runa gibt Nähe

«Viele Bewohnende freuen sich sofort, wenn Runa dabei ist», erzählt Salome. Die Hündin lockere Situationen auf, bringe Bewegung und Nähe – gerade dort, wo das Team Grenzen wahren muss. «Wir haben Klient:innen, die sich körperliche Nähe wünschen, das dürfen wir jedoch nicht geben. Aber Runa darf das. Sie lässt sich umarmen und kuscheln.»

 

Runa sei auch eine Brücke zur Aktivität, denn die Spaziergänge würden durch sie aufgewertet. «Ausserdem legt sie jedem den Ball vor die Füsse, selbst sehr träge Personen fangen an, mit ihr zu spielen», erzählt Salome fröhlich. Was passiert, wenn ein Hund Teil des Teams wird? Salome Custer erzählt, wie ihre Hündin Runa nicht nur Klient:innen, sondern auch Kolleg:innen im Birkenhof berührt – und dabei ganz nebenbei Spannungen löst und Nähe schenkt.

 

Emotionen spüren und auffangen

Runa hilft auch mit, schwierige Gespräche zu ermöglichen. Als Beispiel nennt Salome eine Bewohnerin, welche Mühe hat, bei Gesprächen ruhig zu bleiben und nicht herauszustürmen. «Die Bewohnerin weiss, dass es für Runa nicht gut ist, wenn sie zu laut wird. Für Runa kann sie sich im Gespräch regulieren, so dass ein konstruktiver Austausch möglich wird.» Neben der reinen Anwesenheit helfe auch das Streicheln, die Nerven zu beruhigen.

 

Pausen und Leckerli

Doch die Arbeit im Birkenhof sei auch anstrengend für die Hündin. «Sie nimmt alle Emotionen auf, da muss ich schauen, dass sie auch Erholung bekommt. Im Büro kann sie dann herunterfahren.»

Da sich Runa im Wohnhaus zeitweise frei bewegen kann, werde sie überall etwas verwöhnt. «Alle wollen ihr Leckerli geben, und obwohl es da Regeln gibt, bekommt Runa über den Tag sicher genug zu essen», erzählt Salome lachend. Ausserdem wisse die Hündin genau, wann Zvieri-Zeit ist und findet sich dazu jeweils pünktlich im zweiten Stock ein. Salome habe bereits die Abendration des Futters etwas nach unten anpassen müssen, damit Runa ihre Figur halten kann.

Runa hat auch noch einen Hunde-Freund im Birkenhof: Giovanni. Dieser verbringt jedoch die meiste Zeit im Büro.

 

Story von Salome Custer, Fachperson Birkenhof
T
ext von Severin Kolb, Marketing & Kommunikation 

 

Möchen Sie spenden? Informationen zum Wohnhaus Kastanienbaum finden Sie hier.