Ein Weg, der bewegt

21.05.2026 | Blog >

Zwischen den verschiedenen Standorten der Vivazzo Stiftung im Zürcher Oberland ist täglich einiges unterwegs: frische Mahlzeiten, saubere Wäsche, wichtige Post. Dass all das zuverlässig zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt, dafür sorgt unser hauseigener Kurierdienst. Was nach reiner Logistik klingt, ist bei Vivazzo vor allem eines: gelebte Teilhabe am Arbeitsleben.

Zu Beginn war der Kurierdienst mit einer festen Fahrerin unterwegs. Die Fachmitarbeiterin Yvonne Hegglin übernahm die Touren und wurde dabei von einem Beifahrer begleitet. Diese Beifahrer arbeiten sonst im Hauswart-Team im zweiten Arbeitsmarkt. Einer von ihnen ist Sascha. Auf Initiative von Yvonne Hegglin wuchs seine Rolle Schritt für Schritt. Erst übernahm er einzelne Einsätze, dann ganze Tage und schliesslich – als Yvonne in den Ferien war – eine ganze Woche.

Heute ist Sascha an zwei Tagen die Woche selbstständig als Kurierdienst-Fahrer unterwegs. «Ich bin sehr glücklich, dass ich das selbstständig machen kann», sagt Sascha. «Ich kann gewisse Dinge selbst entscheiden und Verantwortung übernehmen.» Aus dem Beifahrer wurde ein Fahrer mit Verantwortung.

Zu Beginn musste sich Sascha noch etwas an seine neue Rolle als Fahrer gewöhnen. «Ich bin aus dem Tösstal», erzählt er. «Es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich mich Züri Oberland zurechtfand.» Heute meistert Sascha die Strecken problemlos. Meistens fährt er seine Tour zu den verschiedenen Standorten der Stiftung zwei Mal am Tag, teils auch drei Mal. Essenscontainer einsammeln, Essen ausliefern, Wäschetour, Post abholen und verteilen. Es kommt einiges zusammen an einem Tag. «Das Mühsamste ist das Zeug schleppen: die schweren Sachen wie Wäschekisten oder Essenscontainer.»

Begleitet wird der Fahrer jeweils von einem Beifahrer. Im Moment sind das drei. Sascha fährt am Mittwoch mit Yvonne mit, so können sich die beiden Fahrer:innen im rollenden Sitzungszimmer einmal die Woche auf den neusten Stand bringen. Gian und René übernehmen die restlichen Beifahrer-Schichten.

Heute ist Saschas Beifahrer Gian. Er unterstützt den Fahrer bei der Kurierarbeit. Ausladen, einladen und einladen, ausladen. Gemeinsam erledigen sie die Aufgaben. «Für mich ist es das Wichtigste, wenn mein Beifahrer mitdenkt», sagt Sascha. «Wenn beide mit dem Kopf bei der Sache sind, ergänzt man sich.»

Für Gian ist das Beste am Kurierdienst die Abwechslung. «Ich mag es, wenn ich herausgefordert werde. Wenn ich mir überlegen muss, wie ich das Transportgut richtig in den Bus staple.» Sascha pflichtet ihm bei und ergänzt: «Und man kann den Tag sofort beginnen. Wir wissen was wir zu tun haben. Wir sind selbständig. Und das macht Freude.»

Der Vivazzo Stiftung ist es Dank der Initiative von Yvonne Hegglin gelungen, dass der Kurierdienst der Stiftung wesentlich von Mitarbeitenden des zweiten Arbeitsmarktes getragen wird. Das klappt so gut, dass Yvonne heute nur noch in einem Teilzeitpensum als Kurierin für die Stiftung unterwegs ist. Der Rest liegt in den Händen von Sascha und seinen Beifahrern.

 

Daniel Fehr, Marketing & Kommunikation 

 

Informationen zum Vivazzo Hauswart-Team finden Sie hier.

 

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