Über 60 Gemüse- und Kräuterarten, mehr als 190 Sorten – in der Biogärtnerei steht 2026 ein besonders vielfältiges Jahr bevor. Wie diese Auswahl entsteht, was neu dazukommt und worauf sich die Kundschaft freuen darf, erzählt Axl Klausecker im Gespräch.
Für das Jahr 2026 steht die Gemüseplanung der Biogärtnerei bereits – und sie hat es in sich: Über 60 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten mit mehr als 190 Sorten warten darauf, angebaut zu werden.
Auf die Frage, wie entschieden wird, welche Sorten ins Programm kommen, antwortet Axl Klausecker, Leiter der Biogärtnerei: «Das ist ganz unterschiedlich. Ein grosser Einfluss kommt von unserem Mitarbeiter Haziz, der in unserem Hofladen auf dem Wochenmarkt in Uster präsent ist: Er weiss einfach, was die Kundinnen und Kunden mögen.»
Gleichzeitig spiele für ihn der Permakultur-Gedanke eine grosse Rolle: «Mir ist die Vielfalt wichtig. Viele Sorten, ein breites Angebot. Ich finde es schön, wenn die Kundschaft sieht, dass es nicht nur die klassischen grünen Zucchetti gibt, sondern auch weisse, runde und viele mehr». Er wolle damit auch ein Stück Aufklärung leisten, meint er schmunzelnd.
Auch der Geschmack und die Effizienz der Sortenwahl prägen die Planung. Bei einigen veredelten Gemüsen habe der Geschmack schlicht nicht überzeugt – und in der Biogärtnerei gehe Qualität klar vor Quantität. Auch beim Saatgut habe sich vieles verändert: Heute setzt das Team fast vollständig auf Bio-Saatgut – und samenfeste Sorten seien für Axl besonders spannend, weil man deren Samen im nächsten Jahr wiederverwenden könne. Gleichzeitig spielt der Arbeitsaufwand eine grosse Rolle. «Wir haben 600–700 Tomatenpflanzen, die jede Woche geerntet werden müssen. Da überlegst du dir gut, was Sinn macht», erklärt er.
Alte Sorten und breites Sortiment
Und auf welche Sorte freut sich Axl speziell? «Ich freue mich eigentlich auf alle. Manche kenne ich, manche nicht.» Dieses Jahr habe er eine Gärtnerei entdeckt, die viele alte Sorten kultiviert – ein Schatzkästchen für jemanden wie ihn.
Grosse Vorfreude löst aber ein anderes Projekt aus: «Wir bauen einen Bereich mit Beeten auf, wo alles händisch eingepflanzt wird, und keine Maschine durchfährt.» Dort sollen auch Beeren, Birnen und Äpfel wachsen. Ein zusätzlicher Gewinn fürs Sortiment. «Wir probieren auch Mango, Grapefruit, Litchis … das ist echte Pionierarbeit.» Es gibt fast keine gewerbliche Gärtnerei, die das macht.
Anspruchsvoll, aber lohnend – die Tomate
Auf die Frage, welche Kultur besonders anspruchsvoll, aber lohnend ist, muss Axl nicht lange überlegen: «Tomaten. Auf jeden Fall die Tomaten.» Der Pflegeaufwand sei enorm, jede Woche müsse geerntet, geschnitten, kontrolliert werden. «Aber wenn du Kundinnen und Kunden siehst, wie sie reinbeissen und strahlen – das macht’s wieder wett.»
Auch bodenfreundliche Sorten gibt es. «Bohnen zum Beispiel. Sie binden Stickstoff aus der Luft und bringen ihn in den Boden.» Ein natürlicher Kreislauf, der die Erde mit Nährstoffen aufwertet. Ein grösserer Einfluss auf die Bodenqualität hat aber eine andere Technik: «Wenn man die Wurzeln beim Ernten im Boden lässt, trägt das zum Humusaufbau bei. Das machen wir bei fast jeder Kultur so.»
Mehr Eigenproduktion
Nicht jede Sorte hat Zukunft. Axl erzählt, dass einige Kulturen aus dem Sortiment fallen. «Okras wird es 2026 nicht mehr geben. Die Nachfrage war klein, und sie sind bei der Ernte sehr heikel.» Auch Melonen seien schwierig. «Für unsere Mitarbeitenden ist das Handling herausfordernd. Und geschmacklich wird es bei uns einfach nicht so intensiv wie in Italien mit der vielen Sonne.» Dafür werde Neues ausprobiert – und der Mut zur Innovation bleibt.
Auf die Frage, worauf sich Kund:innen besonders freuen dürfen, antwortet Axl ohne lange zu überlegen: «Auf eine noch grössere Vielfalt – und auf noch mehr Eigenproduktion als bisher.»
Ein Satz, der das kommende Jahr in der Biogärtnerei ziemlich gut beschreibt: vielfältig, mutig und nah am Menschen wie am Boden.
Severin Kolb, Marketing & Kommunikation
Gemüse, Früchte und feine Produkte aus der Biogärtnerei gibt es im Hofladen in Fehraltorf, am Wochenmarkt in Uster oder im Gmües-Chischtli-Abo. Ein Besuch tut gut – und schmeckt gut. Vorbeischauen lohnt sich!
Informationen zur Biogärtnerei finden Sie hier.