Am Sonntag feierte das Wohnhaus Kastanienbaum den Abschluss der ersten Bauetappe. Bei Apéro, Paella, Musik und Führungen wurde spürbar, was der Neubau für die Bewohnenden bedeutet: mehr Raum, mehr Normalität und ein Zuhause mit mehr Rückzug.
Bei schönstem Sommerwetter versammelten sich am Sonntag um 11 Uhr Bewohnende, Angehörige, Fachpersonen sowie Vertreter:innen des Architektur- und Bauteams auf dem Areal des Kastanienbaums. Im Innenhof standen Festzelte, es gab Apéro, später Paella mit Salatbuffet und zum Dessert Eis in vielen Sorten.
Gefeiert wurde der Abschluss der ersten Bauetappe: Die Bewohnenden konnten ihre neuen Wohnungen im Neubau beziehen. Auch das ehemalige Gebäude des «Pomp & Gloria» wurde zu Wohnraum umgebaut und wurde schon bezogen. Zudem sind die Therapieangebote «Pomp & Gloria» und die Holzwerkstatt in ihre neuen Räume im Neubau neben dem Rebstock eingezogen.
«Diese Vision ist nun Realität»
Stefan Wyss, Angebotsleiter Wohnhaus Kastanienbaum, erinnerte in seiner Rede an die Idee hinter dem Projekt: «Wir hatten die Vision von individuellem Raum für Bewohnende bei gleichzeitiger Gemeinschaft. Dieser Raum ist mit den Clusterwohnungen und Gemeinschaftsräumen nun Realität.»
Schmunzelnd bedankte er sich bei allen Bewohnenden und Fachpersonen, die den Baulärm der vergangenen Monate ausgehalten hätten und «nicht in Scharen davongelaufen» seien. Nun folgt die nächste Etappe: Die ehemaligen Wohngebäude werden saniert. Anfang des nächsten Jahres ist ein grosses Fest zum Abschluss der gesamten Bauarbeiten geplant.
Ein eigener Briefkasten bedeutet viel
Auch Kurt Eisenbart, Präsident des Stiftungsrats, sprach von einem Freudentag. Der Start des Projekts «Kastanienbaum 2.0» sei im Dezember 2022 erfolgt, der Spatenstich im Mai 2025 – und nun könne 2026 bereits die erste Einweihung gefeiert werden. Dass dies möglich wurde, sei nur dank grossem Einsatz vieler Beteiligter gelungen.
Besonders berührt hatte ihn eine Begegnung mit einem Bewohner, der ihm voller Freude seine Wohnung zeigte und sagte: «Du glaubst es nicht, jetzt kriege ich sogar noch einen eigenen Briefkasten.»
Thomas Meier, Vorsitzender der Geschäftsleitung, nahm diesen Gedanken auf: «Wir wollten mit diesem Bau den Bewohnenden so viel Normalität wie möglich ermöglichen.» Eine eigene Haustüre, ein eigenes Bad und ein eigener Briefkasten seien für viele Menschen selbstverständlich. Nun gehören sie auch für die Bewohnenden im Kastanienbaum zum Alltag.
«Genial, great, amazing»
Nach den Reden gab es musikalische Beiträge der Bewohner James und Florian. James überreichte Stefan Wyss zudem ein selbstgemaltes Bild auf Leinwand als Geschenk für den Neubau, was die Anwesenden mit grossem Applaus würdigten. Ebenfalls viel Applaus bekam das Bau- und Projektteam rund um Stefano Ghisleni und Clea Gross. Zum Fest überreichten sie dem Kastanienbaum ein Geschenk in Form eines symbolischen Checks im Wert von 5000 Franken.
Beim Mittagessen erzählte die Bewohnerin Nicole von ihrem neuen Zuhause: «Das neue Zimmer ist viel besser als das alte.» Es sei grösser, angenehmer und ruhiger. Besonders das eigene Bad freue sie. Der Umzug sei gar nicht so anstrengend gewesen, nur das Einpacken, Aussortieren und Auspacken. Dann sagt sie strahlend: «Ich habe mega Freude an meinem neuen Zuhause. Wirklich mega, mega Freude.»
Auch der Bewohner James zeigte sich begeistert: «Die neue Wohnung ist genial, great, amazing.» Besonders gefallen ihm die holzige Decke, die eigene Dusche und die Grösse seines Zimmers. «Tanzen, Yoga, ich kann alles machen», meinte er lachend. Eigentlich müsse er gar nicht mehr rausgehen.
Der Bewohner Florian erzählte, er habe sich mit einer Fachperson Möbel im Brocki geholt. Sein neues Zimmer gefalle ihm gut, auch die eigene Dusche sei sehr angenehm. Noch nicht alles sei fertig: Ein Fliegengitter fehle, und die Fensterläden müssten noch repariert werden. Aber insgesamt gefalle ihm fast alles.
Führungen und ein gemütlicher Ausklang
Ab 13 Uhr fanden Führungen durch die neuen Räume statt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen. Neben dem Bauteam führten auch Bewohnende durch die Häuser und gaben persönliche Einblicke.
Bis in den Nachmittag hinein sassen viele gemütlich zusammen, hörten Musik, assen ein Eis und kamen miteinander ins Gespräch. Die Freude über den gelungenen Neubau war spürbar – bei den Bewohnenden, bei Angehörigen und bei vielen Gästen.
Severin Kolb, Marketing & Kommunikation
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