Sieben Fragen an den Jubilar
Florian Baumann arbeitet seit fünfzehn Jahren bei der Vivazzo Stiftung. Er ist Angebotsleiter des Wohnhauses Buchenhof in Rüti. Zusammen mit einem Team von 23 Fachmitarbeitenden begleitet er 26 Menschen, die hier wohnen und leben.
Was waren deine Stationen bei der Stiftung?
Im Sommer 2011 übernahm ich die Leitung des Wohnhauses Buchenhof und bin seither in dieser Position geblieben. Aber mein Einstand bei der Vivazzo Stiftung hatte ich viel früher. Meine Eltern haben die Stiftung aufgebaut. Das erste Wohnhaus war das Wohnhaus Kastanienbaum. Als Kind stiefelte ich da viel rum. Als Jugendlicher habe ich dann auch Arbeiten übernommen.
Was hast du gemacht?
Ich half, im ehemaligen Wöschhüsli den Boden zu verlegen. Ich wischte den Platz oder machte mit den Bewohnenden Spiele. Gut in Erinnerung ist mir der Tag, an dem wir die Fensterläden reinigten. Wir hängten alle aus, wuschen sie und wussten dann nicht mehr, wo sie hinkommen. Bei dem alten Haus hatte jeder Laden seinen Platz. Wir hätten sie anschreiben müssen! So standen wir vor einem grossen Durcheinander. Zum Glück musste ich es nicht selbst ausbaden. Später arbeitete ich auch in der Pflege mit. Ich lernte als Jugendlicher Grundpflege zu machen. Für mich war das eine erste Einführung in die Pflege. Und ich habe einen Batzen dazuverdient. Das fand ich auch nicht schlecht.
Was hat sich verändert, seit du im Buchenhof begonnen hast?
Als ich als Leiter des Wohnhauses angefangen habe, war der Buchenhof kleiner. Wir hatten das heutige Haupthaus und eine Kleingruppe. Über die Jahre kamen zwei Kleingruppen dazu. Die Bewohnerzahl wuchs dadurch leicht an. Wir konnten viele Zweierzimmer auflösen und in Einzelzimmer umwandeln. Für die meisten Bewohnenden bedeutete dies mehr Wohnqualität. Überrascht hat mich, dass es auch Bewohnende gab, die das nicht so schätzten wie wir dachten. Sie sagten: «Jetzt habe ich Angst in der Nacht, so allein im Zimmer.» Menschen sind unterschiedlich.
Was hat sich bei dir selbst verändert?
Ich habe mehr Erfahrung. Ich musste als frischgebackener Leiter erst lernen, mit meinen Mitarbeitenden umzugehen. Heute fällt es mir leichter. Mitarbeitende-Gespräche mache ich sehr gerne. Ich kann mich viel besser auf die einzelnen Menschen einlassen und sie dabei unterstützen, dass sie ihren Fähigkeiten nachgehen können. Und das, obwohl ich viel mehr Gespräche führen muss als früher, weil einige Mitarbeitende niederprozentig arbeiten und dadurch mehr im Betrieb angestellt sind.
Worauf bist du stolz?
Auf unseren Garten. Er bietet viele schöne Ecken zum Verweilen und ist ein Rückzugsort für unsere Bewohnenden. Sie können aber auch selbst aktiv sein. Das Hochbeet bepflanzen, die Feuerstelle nutzen, ein Häuschen bauen. Unser Garten hilft unseren Bewohnenden Stress zu reduzieren. Er ist wichtig für unsere Gemeinschaft und für die Einzelnen.
Eine Begegnung in den all den Jahren, die dir geblieben ist?
Weniger eine Begegnung, mehr eine Person: Luise. Ihr gelang es, einen besonderen Zusammenhalt auszulösen. Sie stand oft im Mittelpunkt, machte gerne einen träfen Spruch und brachte Personal und Bewohnende auf eine gute Art zusammen. Sie hatte eine verbindende Kraft, wie eine Grossmutter. Luise lebte bis zu ihrem Tod bei uns. Sie hat uns gutgetan.
Was wünschst du dir für den Buchenhof?
Dass die Menschen, die hier leben, es ruhig haben. Denn sie brauchen Ruhe, so wie wir nach Feierabend auch. Manche von ihnen brauchen diese Ruhe krankheitsbedingt vielleicht sogar noch etwas mehr. Ich wünsche mir, dass ihnen unsere Routinen helfen, ein schönes Leben zu führen. Dass ihr Alltag funktioniert. Unsere Bewohnenden sollen sich bei uns wohlfühlen. Sie arbeiten nicht hier, sie wohnen hier. Der Buchenhof ist ihr Zuhause.
Daniel Fehr, Marketing & Kommunikation
Informationen zum Vivazzo Wohnhaus Buchenhof