15 Künstler:innen aus der Vivazzo Stiftung, ganz unterschiedliche Werke und viele neugierige Gäste: Die erste Vernissage von «Stil & Gestaltung» verwandelte den Vivazzo Treff in einen offenen Ausstellungsraum.
Am langen Tisch im Vivazzo Treff sitzt Rosanna, Leitung Stil & Gestaltung, mit einem Kaffee in der Hand. Es ist noch früh am Morgen und im Raum ist es ruhig. Erst ein Teilnehmer sitzt an einem der Tische und arbeitet mit Filzstiften an einem neuen Bild. An den Wänden erinnern die Kunstwerke der Ausstellung an die Eröffnungsvernissage der vergangenen Woche.
Auf die Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen einer Vernissage und einer Ausstellung sei, antwortet Rosanna ruhig: «Die Vernissage ist die feierliche Eröffnung einer Ausstellung. An diesem Event kommen die Menschen zusammen, betrachten die Werke und tauschen sich darüber aus. Die Ausstellung bleibt danach bestehen und kann weiterhin besucht werden.»
Dann blickt Rosanna auf die vergangene Vernissage zurück: «Es sind so viele Leute gekommen. Viele wussten nicht genau, was sie erwartet. Umso grösser waren dann die Überraschung und die Begeisterung.» Gleichzeitig sagt die Leiterin von «Stil & Gestaltung» offen: «Es war sehr aufwendig.»

Die Vorbereitung: Ein roter Faden für 15 Künstler:innen
Für die Ausstellung ging Rosanna aktiv auf die Wohn- und Arbeitsbereiche der Vivazzo Stiftung zu. Sie suchte nach Künstler:innen, die mit ihren Werken an der Vernissage teilnehmen wollten und versuchte gleichzeitig, das neue Angebot «Stil & Gestaltung» vorzustellen. Die Kunstwerke sollten zum Thema der Vernissage «Blumen- und geometrische Formen» passen. So kamen Werke von 15 Künstler:innen aus der ganzen Stiftung zusammen, nicht nur von Teilnehmenden des Angebots «Stil & Gestaltung».
Als alle Arbeiten beisammen waren, begann für Rosanna eine ihrer liebsten Aufgaben: das Ausstellungsdesign. Welche Werke hängen nebeneinander? Wie werden die Arbeiten platziert? Wie werden sie präsentiert? Und wie führt ein roter Faden durch den Raum?
«Jede:r Künstler:in sollte im Raum einen Ruhepool haben», erklärt sie. Die Besuchenden sollten Zeit und Platz haben, um sich auf jedes Werk einzulassen. Aus Fotografien der Kunstwerke entstanden zudem Karten, die gegen einen kleinen Beitrag gekauft werden konnten. Auch die Ausstellenden kauften Karten voneinander. «Das war sehr wertschätzend», erzählt Rosanna lächelnd. «Durch den Kauf konnte man noch intensiver am Erlebnis der Vernissage teilnehmen und nimmt zugleich einen Moment, eine Erinnerung, mit nach Hause.
Eröffnungsvernissage: Reinkommen und dazugehören
«Die Stimmung war sehr respektvoll, weit weg von der kritischen Haltung, die ich von anderen Ausstellungen kenne. Die meisten Besuchenden haben sich entspannt auf die Bilder eingelassen und darüber gesprochen, was ihnen gefällt», erzählt Rosanna. Die Atmosphäre sei offen und unkompliziert gewesen. Auch zurückhaltende Personen hätten ihren Platz gefunden. Es sei schön gewesen zu sehen, wie alle Personen sofort dazugehört hätten, sobald sie den Raum betraten. Denn für die eine oder andere Person habe der Besuch der Vernissage durchaus Mut gebraucht.
Wie die Ausstellenden diesen Abend erlebten, zeigt sich in den Rückmeldungen von Andreas und James. Andreas blickt gerne zurück: «Es war lässig. Es waren mehr Leute da, als ich erwartet habe.» Besonders gefreut habe ihn, wenn die Gäste seine Arbeiten betrachteten. Für ihn sei deshalb klar, dass er wieder ausstellen würde.
Auch für James war die Vernissage ein besonderer Moment, denn er zeigte zum ersten Mal eigene Werke in einer Ausstellung. «Es war für mich schon eine Ehre, dass ich ausstellen durfte», erzählt er. Gleichzeitig blickt er bereits auf eine mögliche nächste Vernissage: Dann würde er gerne häufiger bei seinen Werken bleiben, um den Gästen mehr über seine Projekte erzählen zu können. Zudem wünsche er sich mehr Skulpturen und Kunst, die stärker polarisiert.

Ein gelungener Anfang, ein gelungenes Miteinander
«Viele Ausstellende wussten vorher nicht genau, was sie erwarten würde. Ich glaube, die meisten waren stolz und zufrieden an der Vernissage», erzählt Rosanna. Einige hätten aktiv das Gespräch gesucht, andere den Abend stiller genossen. Besonders wichtig sei für viele gewesen, dass Freund:innen und Familienangehörige gekommen waren.
Für Rosanna bleibt vor allem das Miteinander: «Die ganze Vivazzo Stiftung hat ausgestellt. Es ging um das Zusammenkommen.» Aus vielen einzelnen Werken entstand so nicht nur eine Ausstellung, sondern ein gemeinsamer Abend, an dem Kunst betrachtet, geteilt und miteinander erlebt wurde. Und genau so wichtig: ein Raum, in dem alle Willkommen waren und am Erlebnis der Eröffnungsvernissage teilhaben konnten.
Severin Kolb, Marketing & Kommunikation
Informationen zum Vivazzo Treff
